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Der Berg der Kreuze – Ein geradezu magischer Ort in Litauen

Manche Orte muss man als Besucher einfach auf sich wirken lassen. Hierzu zählt zweifelsfrei der rund 10 Kilometer nördlich von Šiauliai gelegene Berg der Kreuze, der wohl schönste und bedeutungsvollste Wallfahrtsort im gesamten Baltikum.

Dicht an dicht reihen sich auf einer Fläche von gut und gerne einem Hektar Holzkreuze, Christusstatuen und andere Glaubens-Insignien aneinander. Mindestens 50.000 sollen es bereits sein, wobei die Zahl stetig wächst. Der Berg der Kreuze wird größer und größer.

Doch warum eigentlich hier? Und warum überhaupt? Interessanterweise ist bis zum heutigen Tag ungeklärt, weshalb litauische Katholiken im 19. Jahrhundert damit begonnen haben, ihrem Glauben auf derart außergewöhnliche, aus heutiger Sicht fast spektakuläre Weise Ausdruck zu verleihen.

Nicht unwahrscheinlich ist, dass die ursprünglichen Kreuze exemplarisch für jene Bewohner aus der Region stehen, die um 1830 und 1860 zwei großen Aufständen gegen die russische Obrigkeit zum Opfer fielen. Aber auch andere Theorien und Legenden zur Gründung des Berges der Kreuze halten sich bis heute hartnäckig.

Ein schmaler Holzpfad führt Besucher durch das Meer der Kreuze über eine Erhebung, die den Namen "Berg" angesichts einer Höhe von nicht einmal 15 Metern nur bedingt verdient. Zum Glück, wird manch einer der häufig betagteren Besucher des Wallfahrtsorts denken. Der Berg der Kreuze ist ganzjährig und ohne vorherige Anmeldung zu besichtigen.