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Die litauische Hauptstadt Vilnius – Touristisches Zugpferd

Das im Südosten gelegene Vilnius ist die Hauptstadt Litauens. Es ist mit rund 550.000 Einwohnern die größte und zugleich eine der ältesten Städte im südlichsten Land des Baltikums. Der Name "Vilnius" wurde 1323 in Schriften des Großfürsten Gediminas erstmals erwähnt, mit deren Hilfe er Händler, Geistliche und Handwerker aus dem Zentrum Europas auf seine Heimat aufmerksam machen wollte. Der von ihm beabsichtigte Wissens-Import zielte auf neue, fruchtbare Impulse ab, an deren Ende eine Stadt von Rang stehen sollte.

Der Plan ging auf. Basierend auf der friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Nationalitäten und kultureller Hintergründe wurde Vilnius zu einem florierenden Handelszentrum. – Geradezu prädestiniert, um ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (exakt ab dem Jahr 1579) auch als Universitätsstadt von sich reden zu machen. Vilnius hatte sich damit zum bedeutendsten Wirtschafts- und Bildungszentrum der Region entwickelt.

 

Auch in städtebaulicher Hinsicht profitierte die Stadt in außerordentlichem Maße von ihrem hohen Status, was sich bis heute am Vorhandensein sehenswerter Bauten und Monumente im Stile der Gotik, des (litauischen) Barock, der Renaissance oder des Klassizismus manifestiert hat. Fast zwangsläufig gehört die Altstadt seit 1994 dem Weltkulturerbe der UNESCO an. Im Grunde handelte es sich hierbei um eine verspätete Anerkennung der großen baulichen Inspiration längst vergangener Jahrhunderte.

 

Heute präsentiert sich Vilnius als eine sehr vitale, aufstrebende Metropole im Herzen Osteuropas. Seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1991 kommen gesellschaftlicher Wandel und Wohlstand immer mehr auf Touren. – Eine positive Entwicklung, die sich natürlich auch vor der stetig steigenden Zahl internationaler Besucher nicht verschließt, im Gegenteil sogar.

 

Als Landeshauptstadt gibt Vilnius in Litauen in vielerlei Hinsicht den Takt vor. Die Stadt ist reich an Kultur, Historie sowie Lebensart und lässt – anders als im Falle von Talinn und Riga (den beiden anderen Kapitalen des Baltikums) – lediglich die Nähe zur Ostsee vermissen.

 

Je nach touristischer Ausrichtung des Besuchers ist dies der einzige Wermutstropfen, der sich mit dem Namen Vilnius in Verbindung bringen lässt. Vor allem kulturell interessierte Liebhaber großer Städte werden sich auf Anhieb wohl fühlen. Wer hingegen (ausschließlich) baden will, wird an die rund 250 Kilometer entfernte Ostseeküste reisen müssen.