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Stadt Nida - Einfach mal bei Thomas Mann anklopfen

Nida ist trotz seiner (relativen) Abgelegenheit das touristische und kulturelle Zentrum der Kurischen Nehrung und – überhaupt – eines der beliebtesten Ziele in Litauen. Die rund 1.500 Einwohner zählende Stadt liegt nur einen guten Steinwurf von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Das Ende von Litauen sozusagen, zumindest aus geografischer Perspektive.

Geradezu malerisch erstreckt sich Nida vom Hafen aus leicht ansteigend die Nehrung hinauf. Als architektonisch prägend ist dabei der durchaus üppige Bestand an alten Fischerhäusern zu bezeichnen. Auch deshalb bleibt Nida trotz der gerade ab dem Frühjahr stetig steigenden Besucherzahlen beschaulich und entspannt.

Ein bedeutender kultureller Anlaufpunkt der Stadt ist das ehemalige Sommerhaus von Thomas Mann, das der deutsche Literat in den frühen 30er Jahren für sich und seine Angehörigen zu nutzen wusste. Heute beherbergt das Haus ein Museum und ist offen für Veranstaltungen sowie natürlich Besucher aus aller Welt.

In Nida ist es jedoch nicht nur die Stadt selbst, die auf ihre ganz eigene Art beeindruckt. Denn da gibt es ja auch noch ein Naturphänomen, das in zahlreichen Berichten über die Region als "Litauische Sahara" firmiert. Gemeint ist eine steil und fast 60 Meter in die Höhe ragende Wanderdüne, die sich quasi direkt an Nida anschließt.

Oben angekommen, hat man einen herrlichen Blick über das Haff, die Ostsee und dichte Bewaldungen, in denen ganz in der Nähe und ausnahmsweise westwärts russisches Staatsgebiet beginnt. Wesentlich greifbarer noch wird dieser Eindruck auf einem langgezogenen Strandabschnitt zur Ostsee-Seite hin, wo ein gut sichtbarer Wachturm keinen Zweifel am weltpolitischen Status der Nehrung aufkommen lässt.

Erreichbar ist Nida sehr gut per PKW und mit dem Rad. Ausgangspunkt der Anreise ist jeweils die rund 50 Kilometer weit gelegene Hafenstadt Klaipeda. Um Besuchern von hier aus eine bequeme Überfahrt auf die Kurische Nehrung zu ermöglichen, gibt es einen recht hoch frequentierten Fährverkehr.

Nach wenigen Minuten vom Festland aus auf der Halbinsel angekommen, kann man sich eigentlich kaum noch verfahren. Denn es gibt lediglich eine Hauptstraße nebst ordentlich ausgebautem Radweg, um über mögliche Zwischenstationen in Juodkrante oder Preila nach Nida zu gelangen. Das Reisen lohnt sich, versprochen!