Litauen Wappen

Der Bernstein – Das Gold der Ostsee

Bernstein gehört zweifelsfrei zur kulturellen DNA Litauens. Die bis zu 250 Millionen Jahre alten "Schmuckstücke" bestehen aus fossilem Harz, das im Laufe der Jahre ausgehärtet ist. Eine faszinierende Erscheinung der Natur, die – mal bräunlich, mal rötlich an Farbe, mal milchig-trüb, mal transparent – einfach Lust macht auf Besitztum. Entsprechend hoch ist im Baltikum der Absatz von Bernstein-Produkten wie Ketten, Ringen oder anderen Schmuckformen und Souvenirs.

Dass Bernstein aber auch sonst ein prägender Bestandteil der litauischen Identität geworden ist, wird am Sprachgebrauch deutlich. Denn häufig sind es Anleihen an des Wort "Bernstein" (litauisch: gintaras), die im Litauischen in Namen von festen und flüssigen Nahrungsmitteln, Unterkünften oder anderen Elementen des alltäglichen Lebens vorkommen. Gerade in Vilnius finden sich an nahezu jeder Ecke Schmuckgeschäfte und Läden, die Bernstein-Produkte verkaufen.

Die Gewinnung von Bernstein erreichte in Litauen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Im Mittelpunkt standen dabei die Kurische Nehrung bzw. das Kurische Haff, wo sich zu dieser Zeit das malerische Örtchen Juodkrante zu einer Art Hotspot der Bernsteinsuche entwickelte. Heute ist Juodkrante ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel, das gerade Radtouristen als willkommene Zwischenstation auf dem Weg nach Nida dient.

Um der großen Bedeutung des Bernsteins auch touristisch Rechnung zu tragen, ist vor wenigen Jahren eine themenspezifische Erlebnis-Route eröffnet worden – der "Litauische Bernsteinweg". Die Stationen der Route erstrecken sich über eine Länge von gut 60 Kilometern von Palanga bis nach Nida. Darunter die Bernsteinbucht von Juodkrante, ein ehemaliges Abbau-Revier in Karklė, Bernstein-Werkstätten in Palanga oder Museen in Nida sowie Palanga. Das volle Programm also, für das es auch professionelle Führungen gibt.